Im Kurs der Wunder heißt es, dass der Pfad sich sehr ändere, während man auf ihm weiter voran schreitet. Er spricht von Pracht, Erhabenheit der Szenerie und gewaltigen Ausblicken, die sich auf der Weiterreise vor einem öffnen. Doch selbst diese Ausblicke, deren Glanz unbeschreibliche Höhen erreiche, während man weitergehe, sollen noch hinter all dem zurück bleiben, das am Ende des Pfades auf einen warte.

Der Kurs der Wunder  ist vielleicht die wichtigste Offenbarung der Neuzeit an die Welt. Diese Botschaft wurde die “Vedanta des Westens” genannt. In der Tat scheint der Kurs seinem Inhalt nach der hinduistischen Vedanta relativ nahe zu stehen, obwohl er eine christliche Sprache spricht, und an der Idee eines persönlichen Gottes und Erlösers festhält. Dort, wo er erkannt wird, verändert der Kurs den Verlauf aller geistigen Ufer, nicht nur weil er einen direkten Weg zu Gott für unsere Zeit aufzeigt, sondern auch weil er für sich in Anspruch nimmt, von Jesus selbst zu kommen. Dieser Jesus will der Welt ein Bruder sein und ein Führer hin zu Auferstehung und innerem Frieden. In einer Zeit, in der die westliche Christenheit ihre Kraft zu verlieren scheint, kehrt die Gestalt des Nazareners in Form einer universellen und kompromisslosen Botschaft zurück, die einen jeden auffordert, Verantwortung für die Welt zu übernehmen und vom Traum der Zeit aufzuwachen.

Der Kurs mindert die Härte des Anspruchs Jesu nicht, wie viele in letzter Zeit aus dem Geistigen empfangene Botschaften es zu tun versuchen. Er befreit seine Lehre  jedoch von einem Opfergedanken, der auf Schmerz und Schuld beruht. Die Lehre Jesu wurde seit zweitausend Jahren oft auf tragische Weise missverstanden. Wer Gott für fähig hielt, jemanden in die ewige Verdammnis zu schicken, musste Ihn auch missverstehen. Scheinbar stammten diese Drohungen aus dem Munde Jesu selbst, der sie in der Bibel zuerst aussprach. Im Alten Testament gab es solche düsteren Aussichten noch nicht, da der Glaube an ein ewiges Leben sich noch nicht durchgesetzt hatte. Aber konnte Jesus wirklich mit der Hölle drohen und von einem liebenden Vater berichten? Wir wissen nicht genau, was er wirklich sagte und was ihm in den Mund gelegt wurde. Heute haben wir aber die Möglichkeit, in dem Kurs der Wunder ein Denksystem zur Verfügung zu haben, dass vollkommenen Sinn macht. Auch ohne den Kurs hatte sich der Glaube an die Hölle in der Moderne bereits verflüchtigt, seitdem sich herum gesprochen hatte, dass Bestrafung nicht zur Besserung führt, sondern Umerziehung, Zuwendung und Liebe. Wie konnte der Schöpfer des Universums dessen Schönheit wir selbst hier auf der Erde erahnen können, dümmer, verstockter und nachtragender sein, als wir Menschen? Die Botschaft Jesu, die den Tempelkult angriff, wie es die Propheten taten, weil hier der Opferkult vor das Liebesgebot gestellt zu werden drohte, konnte nur Sinn machen, wenn Gott Liebe war und nur Liebe.
Jesus hatte seinerzeit eine Revolution in Gang gesetzt, die die Grundlagen der Welt, so wie die Menschen sie wahrnahmen, erschütterte. Er hatte durch die ihm in der Wüste zuteilwerdende Offenbarung erkannt, dass Gott nicht urteilt, keinen Schmerz zufügt und sich die Heimkehr seiner Kinder aus dieser Welt in den Himmel wünscht.  In der Geschichte vom verlorenen Sohn (Lukas c.15), beschreibt Jesus, wie er über diese Welt denkt. Der Sohn des Vaters muss mit unreinen Tieren um Nahrung kämpfen, bis er sich an seinen Vater erinnert und sich trotz seiner Schuldgefühle auf den Heimweg macht. Der Vater macht ihm jedoch keine Vorwürfe, sondern bereitet ihm stattdessen ein Fest. Der Sohn ist der ganze Reichtum des Vaters. Da alle Kinder Gottes nur eine einzige Identität miteinander teilen, ist dieser Sohn jeder einzelne und alle Kinder Gottes zusammen, auf der Erde und im ganzen Kosmos.

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